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🥄 Schluckstörungen im Alter – Was Betreuungskräfte und Angehörige wissen sollten

p-romanow
8. Juni
2 Min. Lesezeit



Schluckstörungen (Dysphagie) treten bei vielen älteren Menschen auf und können den Alltag erheblich erschweren. Nahrung oder Flüssigkeiten gelangen dabei nicht mehr sicher vom Mund in die Speiseröhre. Dadurch steigt das Risiko für Verschlucken, Mangelernährung und sogar lebensbedrohliche Atemwegsblockaden.

Für Angehörige und Betreuungskräfte ist es deshalb wichtig, die ersten Anzeichen frühzeitig zu erkennen und richtig zu handeln.


🧠 Häufige Ursachen von Schluckstörungen

Schluckstörungen können verschiedene Ursachen haben.

Besonders häufig treten sie auf bei:

  • Demenz

  • Morbus Parkinson

  • Schlaganfall

  • Multipler Sklerose

  • ALS

  • Schädel-Hirn-Traumata

  • Tumorerkrankungen im Hals- und Rachenbereich

Auch normale Altersveränderungen können eine Rolle spielen. Mit zunehmendem Alter nehmen Muskelkraft, Koordination und Reaktionsgeschwindigkeit oft ab.


⚠️ Woran erkennt man Schluckstörungen?

Folgende Anzeichen sollten ernst genommen werden:

  • Husten oder Räuspern während des Essens

  • häufiges Verschlucken

  • „gluckernde“ Stimme nach dem Trinken

  • Essensreste im Mund

  • vermehrter Speichelfluss

  • ungewöhnlich langsames Essen

  • Atemnot während der Mahlzeiten

  • Angst oder Unsicherheit beim Schlucken

Werden diese Symptome beobachtet, sollten Angehörige informiert und gegebenenfalls ärztlicher Rat eingeholt werden.


🍽️ Die richtige Ernährung bei Schluckstörungen

Die Konsistenz der Nahrung spielt eine entscheidende Rolle.

Geeignet sind häufig:

🥔 Pürierte Kost

  • Kartoffelpüree

  • Gemüsepüree

  • Cremesuppen

  • Obstmus

🥚 Weiche Kost

  • weiche Eier

  • Fisch

  • zartes Hackfleisch

  • weich gekochtes Gemüse


🥤 Angedickte Getränke

Bei vielen Betroffenen können angedickte Getränke das Risiko des Verschluckens reduzieren. Die genaue Konsistenz sollte mit Arzt oder Logopädie abgestimmt werden.


🚫 Diese Lebensmittel sind oft problematisch

Folgende Produkte erhöhen häufig das Verschluckungsrisiko:

  • Nüsse

  • trockene Kekse

  • harte Brotrinden

  • rohes hartes Obst

  • Popcorn

  • trockene Reisgerichte

  • Weintrauben

  • Salatblätter

  • faserige Lebensmittel wie Sellerie oder Ananas


🧂 Praktische Tipps für den Alltag

Bereits kleine Maßnahmen können die Sicherheit deutlich erhöhen:

✔ aufrechte Sitzposition (90°)

✔ nach dem Essen noch 20–30 Minuten aufrecht sitzen bleiben

✔ kleine Bissen anbieten

✔ ausreichend Zeit zwischen den Bissen lassen

✔ ruhige Umgebung schaffen

✔ nicht sprechen während des Kauens und Schluckens

✔ nur eine Konsistenz gleichzeitig anbieten

✔ auf individuelle Vorlieben bei Temperatur und Konsistenz achten

Geduld und Ruhe sind besonders wichtig.


🚨 Was tun bei einer drohenden Erstickung?

Folgende Warnzeichen können auf eine akute Gefahr hinweisen:

  • die Person greift sich an den Hals

  • kein Husten mehr möglich

  • keine Stimme hörbar

  • starke Atemnot

  • Panikreaktion


Sofortmaßnahmen

  1. Die Person zum Husten auffordern.

  2. Sichtbare Fremdkörper vorsichtig entfernen.

  3. Falls kein wirksamer Husten möglich ist: kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter.

  4. Notruf 112 wählen, wenn sich die Situation nicht sofort verbessert.

Bei Unsicherheit sollte immer medizinische Hilfe angefordert werden.


❌ Häufige Fehler vermeiden

Betreuungskräfte sollten niemals:

  • die Person während des Essens hinlegen

  • große Bissen anbieten

  • Essen erzwingen

  • Mahlzeiten unter Zeitdruck durchführen

  • unkontrolliert Flüssigkeiten geben

  • wiederholtes Verschlucken ignorieren

  • bei starker Müdigkeit zum Essen drängen


👩‍⚕️ Die Rolle der Betreuungskraft

Eine Betreuungskraft kann wesentlich dazu beitragen, Risiken zu reduzieren.

Wichtige Aufgaben sind:

  • Beobachtung des Essverhaltens

  • sichere Vorbereitung der Mahlzeiten

  • Unterstützung beim Essen

  • Dokumentation von Auffälligkeiten

  • Information der Angehörigen

  • schnelles Handeln in Notfallsituationen


Fazit

Schluckstörungen sind bei älteren Menschen keine Seltenheit und sollten niemals unterschätzt werden. Mit einer angepassten Ernährung, einer sicheren Esssituation und aufmerksamer Betreuung lassen sich viele Risiken deutlich reduzieren.

Ruhe, Geduld und eine gute Beobachtungsgabe helfen dabei, Sicherheit und Lebensqualität im Alltag zu erhalten.

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